Sana Mens in Corpore Sano
Der Wahlspruch einer Verbindung ist ein kurzes, oft lateinisches Motto, das die Philosophie der jeweiligen Verbindung zum Ausdruck bringen soll. Häufig sind es Begriffe wie (in alphabetischer Reihenfolge) Ehrenhaftigkeit, Freiheit, Freundschaft, Frömmigkeit (in konfessionellen Verbindungen), Mut, Optimismus, Treue, Tugenhaftigkeit, Vaterlandsliebe, Wahrheit, Wehrhaftigkeit, etc. die in Wahlsprüchen explizit genannt oder angedeutet werden.
Bei unserem Wahlspruch Sana Mens in Corpore Sano handelt es sich um eine verkürzte, leicht abgewandelte Form eines Zitats des römischen Dichters Iuvenal (60 bis 140 n. Chr.) aus dem Werk Satiren X (356). Iuvenals Satire handelt von der Torheit und Verderblichkeit der Gebete und Wünsche, die die Menschen an die Götter zu richten pflegen. Nach zahlreichen Beispielen törichter Wünsche schließt sie mit der Mahnung, man überlasse den Göttern selbst, uns das wahrhaft Ersprießliche zu gewähren, und bitte sie nur um körperliche Gesundheit und gesunden Menschenverstand (orandum est, ut sit mens sana in corpore sano).
Heute wird das Zitat nur noch aus dem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und in verkürzter Form verwendet: mens sana in corpore sano - ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Verstanden wird diese Aussage heute oft in dem Sinne, daß ein gesunder und sportlicher Körper Voraussetzung für geistige Regsamkeit und geistige Gesundheit ist, bzw. daß die körperliche Gesundheit und Fitneß zumindest eine unterstützende Funktion für die geistige Leistungsfähigkeit haben. Mit der heutigen Interpretation wird man folglich Iuvenal als dem ursprünglichen Verfasser des Zitates nicht gerecht, außerdem ist natürlich die Aussage unsinnig, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder Verstand möglich sei.
Daher verstehen wir unseren Wahlspruch Sana Mens in Corpore Sano in einem anderen Sinne, nämlich als Aufforderung, mit dem Ziel der körperlichen Gesundheit gemeinschaftlich Sport zu treiben. Für einen gesunden Geist sorgen (hoffentlich) für uns Studenten und spätere Akademiker bereits das Studium und auch das folgende Berufsleben. Der Sport soll also als Gegenpol dienen, um bei dieser vornehmlich geistigen Tätigkeit den Körper nicht zu vernachlässigen.
Natürlich steht bei unserem Sport nicht der lateinische Wahlspruch, sondern der Spaß und die Abwechslung zum Studienalltag im Vordergrund. Auch scheint die eine oder andere Sportverletzung eher als Gegenbeweis dafür zu dienen, daß mit dem Wahlspruch Sana Mens in Corpore Sano die Aufforderung, Sport zu treiben, gemeint sein könnte..


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